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Erhöhung des Richtwertes für Mieten ab 01.04.2019

 

Alle 2 Jahre dürfen die Mieten in Altbauwohnungen (vereinfacht: vor 1945 errichtet) an die Inflation angepasst werden. Diese Erhöhung trifft Mieter von 250.000 Altbauwohnungen, die ihren Mietvertrag nach dem 01.03.1994 abgeschlossen haben, da seit 1994 Altbauwohnungen in Österreich zum Richtwertzins vermietet werden und tritt mit 01.04.2019 in Kraft. Ausgenommen davon sind Wohnungen über 130 m² und Dachgeschosswohnungen, die nach den 01.01.2002 ausgebaut wurden.

Der Richtwert ist die gesetzliche Basis für den Mietzins und ist in jedem Bundesland unterschiedlich hoch:

 

Bundesland

Richtwerte alt

in EUR

Richtwerte neu

in EUR

 

Wien

5,58

5,81

 

Niederösterreich

5,72

5,96

 

Burgenland

5,09

5,30

 

Oberösterreich

6,05

6,29

 

Salzburg

7,71

8,03

 

Steiermark

7,70

8,02

 

Kärnten

6,53

6,80

 

Tirol

6,81

7,09

 

Vorarlberg

8,57

8,92

 

 

In Österreich wird der steirische Richtwertzins mit EUR 8,02 pro m² und Monat nur von Salzburg mit EUR 8,03 und Vorarlberg mit EUR 8,92 übertroffen; am geringsten ist er mit EUR 5,30 in Burgenland.

Auf den Richtwert dürfen je nach Lage und Ausstattung des Hauses noch Zuschläge aufgeschlagen werden (zB für Lift, Zentralheizung etc). Aber selbst diese Zuschläge führen in der Regel nicht dazu, dass die auf dem freien Markt erzielbare Miete, die im Neubau verlangt wird, erreicht wird.

Die neuen Richtwertmieten können für neue Mietvertrage, die ab 1. April abgeschlossen werden, sofort angewandt werden. Bei bestehenden Verträgen darf hingegen die Miete nicht automatisch und informationslos auf den neuen Wert angepasst werden. Vielmehr muss der Vermieter dem Mieter die Erhöhung schriftlich bekannt geben und dies erst ab 1. April (früher datierte Schreiben entfalten überhaupt keine Rechtswirkung). Somit kann die erhöhte Miete bei bestehenden Verträgen erst ab Mai verrechnet werden. Das Schreiben muss jedenfalls 14 Tage vor dem nächsten Zahlungstermin beim Mieter einlangen, um schon im Mai die höhere Miete vorschreiben zu können. Langt das Schreiben später ein, gilt die Erhöhung erst ab Juni.

Grundvoraussetzung für diese Erhöhung ist, dass der Mietvertrag die Option einer Inflationsanpassung vorsieht. Ist dies nicht der Fall, ist die Richtwertzinserhöhung nicht möglich. Die Wertsicherung ist allerdings in den meisten Verträgen vorgesehen.

Die neuen Richtwertzinse gelten für befristete und unbefristete Mietverträge. Zu beachten ist allerdings, dass es bei befristeten Verträgen einen Abschlag von 25 % gibt, unabhängig davon, ob es eine lange oder kurze Mietdauer gibt.

Nicht betroffen von der Richtwertzinserhöhung sind Mieter, die ihren Mietvertrag vor dem 01.03.1994 abgeschlossen haben. Sie unterliegen nämlich nicht dem Richtwert, sondern bei Abschluss ab 01.01.1982 der Kategoriemiete. Diese beträgt zur Zeit für eine gute Wohnung mit gutem Wohnstandard (Kategorie A) EUR 3,60. Die Kategoriemiete ist dabei für ganz Österreich einheitlich, unterscheidet sich somit nicht so wie der Richtwertzins nach Bundesland. Die Kategoriemieten werden immer dann erhöht, wenn die Inflation seit der letzten Erhöhung um 5 % gestiegen ist (letztmalig im Februar 2018).

Steigen die Kategoriemieten, steigen auch die Mieten für jene Altbauwohnungen um 5 %, deren Mietvertrag vor 1982 abgeschlossen wurde. Deren Höhe entspricht üblicherweise zwei Drittel des Kategoriemietzinses.

 

Diese Information bietet aktuelle Hinweise, für deren Inhalt trotz gewissenhafter Erstellung, schon wegen der Kürze der Darstellung, keine Haftung übernommen werden kann. Bezüglich der Anwendbarkeit auf spezifische Einzelfälle sollte in jedem Fall fachkundiger Rat von unseren Sachbearbeitern eingeholt werden.

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