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Familienbonus Plus

 

Der Familienbonus Plus vermindert ab 1. Jänner 2019 als Absetzbetrag die Steuerlast direkt und unmittelbar. Er beträgt für Kinder bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres € 1.500 jährlich. Für studierende Kinder steht nach Vollendung des 18. Lebensjahres ein reduzierter Familienbonus Plus in Höhe von € 500 jährlich zu, sofern für dieses Kind Familienbeihilfe bezogen wird.

Der Familienbonus Plus ist nicht „gedeckelt“. Begrenzt ist der Familienbonus Plus nur durch die Höhe der eigenen Einkommensteuer und die absolute Höhe des Familienbonus von € 1.500 pro Kind und Jahr bis 18 Jahre (bzw. mit € 500 für studierende Kinder über 18 Jahre).

Bisher konnten bis zum zehnten Lebensjahr des Kindes Kinderbetreuungskosten von maximal € 2.300 jährlich geltend gemacht werden. Dadurch kam es zu einer entsprechenden Reduktion der Steuerbemessungsgrundlage. Die Abzugsfähigkeit von Kinderbetreuungskosten entfällt ab 2019. Gleiches gilt auch für den Kinderfreibetrag (§ 106a EStG), auch dieser steht ab 2019 nicht mehr zu. Im Gegensatz zur bisherigen Regelung (Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten und Kinderfreibetrag) führt der Familienbonus Plus zu einer unmittelbaren Steuerentlastung und reduziert nicht bloß die steuerliche Bemessungsgrundlage. Um in den (vollen) Genuss des Familienbonus Plus zu kommen, muss ein ausreichend hohes Einkommen erzielt werden. Laut Finanzministerium wirkt sich der Familienbonus Plus bei einem monatlichen Bruttoeinkommen von € 1.708 - und einem Kind - in voller Höhe (das heißt in Höhe von € 1.500) aus. In diesem Fall entsteht gar keine Steuerlast bzw. bekommt man die entrichtete Lohnsteuer rückerstattet.

Grundsätzlich können die Elternteile für jedes einzelne Kind frei wählen, wie der Familienbonus unter ihnen aufgeteilt werden soll. So kann ein Elternteil den gesamten Betrag von € 1.500 (bzw. € 500 für studierende Kinder nach Vollendung des 18. Lebensjahres) geltend machen. Alternativ dazu können sich die (Ehe-)Partner den Betrag aber auch teilen. Die Aufteilung kann pro Kind frei gewählt werden. Bei zwei Kindern könnte beispielsweise der Familienbonus für das erste Kind zur Gänze der Mutter zugewiesen werden. Für das zweite Kind könnte man sich den Bonus im Verhältnis 50:50 aufteilen.

Der Familienbonus Plus steht auch für Kinder von getrennt lebenden Eltern zu. Derjenige Elternteil, der zum Bezug von Familienbeihilfe für das jeweilige Kind berechtigt ist, kann den Familienbonus Plus in voller Höhe in Anspruch nehmen. Auch in diesem Fall kann der Familienbonus im Verhältnis 50:50 verteilt werden. Darüber hinaus können getrennt lebende Elternteile den Familienbonus auch im Verhältnis € 1.350 zu € 150 (das entspricht 90:10 Prozent) aufteilen. Dies allerdings nur dann, wenn ein Elternteil überwiegend für die Kinderbetreuung aufkommt.

Für geringverdienende Alleinerzieher oder Alleinverdiener hat der Gesetzgeber den Kindermehrbetrag geschaffen. Der Kindermehrbetrag beträgt maximal € 250 und stellt sicher, dass auch Alleinerzieher und Alleinverdiener, die keine oder eine geringe Steuer bezahlen, von der Steuerentlastung profitieren. Der Kindermehrbetrag kann, im Gegensatz zum Familienbonus Plus, zu einer Negativsteuer führen.

Es ist gesetzlich geregelt, dass der Familienbonus als erster Absetzbetrag in Abzug zu bringen ist. Erst danach folgen die weiteren Absetzbeträge, wie beispielsweise der Verkehrsabsetzbetrag. Der Verkehrsabsetzbetrag ist übrigens im Unterschied zum Familienbonus voll rückerstattungsfähig und kann somit auch zu einer Negativsteuer führen.

 

Ein Beispiel:

Ein Steuerpflichtiger beantragt für zwei minderjährige Kinder den halben Familienbonus Plus für das gesamte Kalenderjahr (2 x € 750 = € 1.500). Ein Alleinverdiener- oder Alleinerzieheranspruch wird nicht begründet. Der Verkehrsabsetzbetrag steht zu. Die Tarifsteuer vor Berücksichtigung der Absetzbeträge beträgt € 1.600. Zunächst wird der Familienbonus Plus in Höhe von € 1.500 in Abzug gebracht. Dadurch sinkt die Tarifsteuer auf € 100. Danach wird der Verkehrsabsetzbetrag von € 400 abgezogen. Es ergibt sich eine Einkommensteuer von minus € 300. Insoweit dieser Betrag durch entrichtete Sozialversicherungsbeiträge gedeckt ist, erfolgt eine Erstattung dieser „Negativsteuer“.

 

Fazit

Durch die Einführung des Familienbonus Plus kommt es zu einer deutlichen steuerlichen Entlastung von Familien. Der Familienbonus kann entweder im Zuge der laufenden Lohnverrechnung oder bei Abgabe der Jahressteuererklärung geltend gemacht werden.

 

Diese Information bietet aktuelle Hinweise, für deren Inhalt trotz gewissenhafter Erstellung, schon wegen der Kürze der Darstellung, keine Haftung übernommen werden kann. Bezüglich der Anwendbarkeit auf spezifische Einzelfälle sollte in jedem Fall fachkundiger Rat von unseren Sachbearbeitern eingeholt werden.

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